DIE BLUTZELLEN
Alle Blutzellen entstehen aus Stammzellen im Knochenmark, das sie je nach Bedarf ins Blut abgibt.
Die Bildung und Freisetzung der Blutzellen wird durch Faktoren wie Sauerstoffbedarf, Nährstoffversorgung, Alter, Hormone, Entzündungen und Infektionen beeinflusst.​​​​​​​


Zelluläre Blutbestandteile

Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, sind mit etwa 5 Millionen pro Mikroliter im Blut vorhanden. Sie haben die Aufgaben, Atemgase zu transportieren und die Blutgruppenantigene zu tragen.

Erythrozyten enthalten das eisenhaltige Protein Hämoglobin, das Sauerstoff binden kann. Ohne Eisen kann kein Hämoglobin gebildet werden, was zu Eisenmangelanämie führen kann. Hämoglobin ist auch ein Farbstoff: mit Sauerstoff ist es hellrot, ohne Sauerstoff dunkelrot.
Hämoglobin in den Erythrozyten nimmt in der Lunge Sauerstoff (O₂) auf und transportiert ihn zu den Körperzellen. Dort gibt es den Sauerstoff ab, der im Zellstoffwechsel in Kohlendioxid (CO₂) umgewandelt wird. Dieses CO₂ wird zurück zur Lunge transportiert und ausgeatmet. Der Körper überwacht ständig den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut.

Normwert des Hämoglobins (Hb):
Männer: 14–18 g/dl
Frauen 12–16 g/dl 
(1 dl = 1 Deziliter = 100 ml)
Erythrozyten müssen elastisch sein, damit sie durch die dünnsten Kapillaren passen. Alte, unelastische Erythrozyten werden in der Milz aussortiert. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 120 Tage. Alte Erythrozyten werden durch neue, junge Retikulozyten aus dem Knochenmark ersetzt. Deshalb sind im Blut immer Erythrozyten aller Altersklassen vorhanden.

Beim Abbau alter Erythrozyten produziert der Körper keinen "Müll": Eisen, Protein und Spurenelemente werden vollständig recycelt. Das Knochenmark verwendet das Eisen für neues Hämoglobin. Der restliche Anteil des Hämoglobins wird in der Leber zu Bilirubin abgebaut, das über die Galle in den Stuhl abgegeben und weiter umgewandelt wird, was dem Stuhl seine braune Farbe verleiht.
Leukozyten
Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, haben eine Konzentration von 4.000 bis 10.000 pro Mikroliter Blut und dienen vor allem der Abwehr. Sie bestehen aus drei Hauptgruppen: 
1. Granulozyten (darunter neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten; basophile Granulozyten sind an Entzündungen und Allergien beteiligt und enthalten Histamin sowie Heparin),2. Monozyten (Makrophagen, große Fresszellen) und 3. Lymphozyten (B- und T-Lymphozyten, Natürliche Killerzellen und Gedächtniszellen).

Leukozyten werden wie Erythrozyten im Knochenmark gebildet. Ihre Lebensdauer variiert je nach Gruppe von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahren. Anders als Erythrozyten sind Leukozyten vollständige Zellen mit Zellkern und können sich teilen.

Sie helfen bei der Abwehr von Infektionen. Einige produzieren Antikörper, während andere eindringende Krankheitserreger als Fresszellen (Phagozyten) aufnehmen. Sie können aktiv die Blutgefäße in den Kapillaren verlassen, um Krankheitserreger auch im Gewebe außerhalb der Blutgefäße zu bekämpfen. Bei bakteriellen Infektionen, wie einer Appendizitis, kann sich die Anzahl der neutrophilen Granulozyten innerhalb von Stunden verdoppeln. Eiter besteht aus abgestorbenen neutrophilen Granulozyten, gemischt mit Bakterien und Gewebetrümmern.
Thrombozyten (Blutplättchen) haben eine Konzentration von 150.000 bis 400.000 pro Mikroliter Blut und sind zuständig für Blutstillung und Blutgerinnung. Sie sind kernlose, flache Zellbruchstücke, die durch Abschnürung aus großen Knochenmarkriesenzellen (Megakaryozyten) entstehen. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 10 Tage, danach werden sie in der Milz und Leber abgebaut.

Ablauf der Blutstillung nach Verletzung der Gefäßwand:
1. Thrombozyten lagern sich an die Wundränder an.
2. Sie bilden einen Thrombozytenpfropf.
3. Aus den Thrombozyten wird Serotonin freigesetzt.
4. Die Gefäßwand kontrahiert sich (zieht sich zusammen). 

Dadurch kommt es zur vorläufigen Abdichtung der Wunde. Die dafür benötigte Zeit heißt Blutungszeit. Sie beträgt 1–3 Minuten.
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