Ablauf des Menstruationszyklus
Der weibliche Menstruationszyklus ist ein komplexer hormongesteuerter Regelkreislauf, der im Durchschnitt 28 Tage dauert, wobei ein gesunder Zyklus individuell zwischen 21 und 35 Tagen schwanken kann. Die Steuerung des Zyklus und der weiblichen Fruchtbarkeit basiert auf einem präzisen Zusammenspiel von Hormonen der Gehirn-Drüsen und der Eierstöcke:

1. Die übergeordnete Steuerung im Gehirn
GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon): Dieses Hormon wird im Hypothalamus gebildet. Es regt die Ausschüttung der Steuerhormone FSH und LH in der Hypophyse an und „startet“ damit den neuen Zyklus.

FSH (Follikelstimulierendes Hormon): Es wird in der Hypophyse (Adenohypophyse) gebildet. Seine Hauptaufgabe ist es, das Wachstum und die Reifung der Eibläschen (Follikel) im Eierstock anzuregen.

LH (Luteinisierendes Hormon): Ebenfalls in der Hypophyse gebildet, erreicht es in der Zyklusmitte seinen Höchstwert und löst den Eisprung (Ovulation) aus.


2. Die Hormone der Eierstöcke (Ovarien) und ihre Wirkung
Unter dem Einfluss von FSH und LH produzieren die Eierstöcke die eigentlichen weiblichen Geschlechtshormone, die sowohl die Fruchtbarkeit als auch die Gebärmutter steuern:

Östradiol (Östrogen):
Es wird in der ersten Zyklushälfte (Follikel-/Proliferationsphase) von den heranreifenden Follikeln gebildet.
Es fördert den Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nach der Menstruation.
Kurz vor dem Eisprung steigt der Östrogenspiegel stark an. Dadurch wird der Schleimpfropf des Gebärmutterhalses dünnflüssig und somit durchlässiger für Spermien.
Erreicht das Östrogen eine sehr hohe Konzentration, regt es die plötzliche Ausschüttung von LH und FSH an, was den Eisprung einleitet.

Progesteron (Gelbkörperhormon / Gestagen):
Nach dem Eisprung wandelt sich der leere Follikel im Eierstock in den Gelbkörper (Corpus luteum) um, welcher immer mehr Progesteron produziert.
Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor.
Es bewirkt 1–2 Tage nach dem Eisprung einen Anstieg der Körpertemperatur um mindestens 0,5 °C.
Es macht den Schleim des Gebärmutterhalses wieder zähflüssig und damit undurchlässig für Spermien, um die Gebärmutter abzuriegeln.



3. Steuerung der Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
Die fruchtbare Phase: Die fruchtbare Zeit im Leben einer Frau beginnt mit der Menarche (erste Regelblutung) und endet mit der Menopause (letzte Regelblutung). Innerhalb eines Zyklus ist das Zeitfenster für eine Befruchtung sehr kurz: Die Eizelle ist nach dem Eisprung nur etwa 6 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Da Samenzellen im weiblichen Körper jedoch ca. 72 Stunden überleben können, liegt der fruchtbare Zeitraum zwischen 3 Tagen vor dem Eisprung bis 1 Tag danach.

Einfluss von Medikamenten: Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (wie Ibuprofen und Diclofenac) können den Eisprung verhindern und sind daher bei Kinderwunsch ungünstig.

Wenn keine Befruchtung stattfindet: Der Gelbkörper bildet sich zurück, was zu einem Abfall von Progesteron führt. Dadurch kann die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr erhalten werden, wird abgestoßen und die Menstruationsblutung setzt ein (Beginn eines neuen Zyklus).
Wenn eine Befruchtung stattfindet: Die entstehende Plazenta produziert das Schwangerschaftshormon HCG (beta-HCG). HCG sorgt dafür, dass der Gelbkörper erhalten bleibt und weiterhin Progesteron und Östrogen produziert, wodurch die Gebärmutterschleimhaut stabil bleibt und keine neue Blutung einsetzt.
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