1. Definition: Vollblut, Serum, Plasma
Vollblut ist die rote Flüssigkeit in den Blutgefäßen, die das Gewebe mit Nährstoffen (z.B. Glukose) und Sauerstoff versorgt und Stoffwechselprodukte wieder abtransportiert. Es ist die wichtigste biologische Flüssigkeit im menschlichen Körper und besteht zu etwa 55% aus Plasma und zu 45% aus festen Bestandteilen (rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen). Die rote Farbe entsteht durch das Hämoglobin, ein Protein mit vier Hämen. Vollblut wird in ein Röhrchen ohne Zusatz abgenommen; es ist nicht stabil und gerinnt nach der Entnahme innerhalb weniger Minuten. Dabei entsteht eine halbfeste, gallertartige Masse, das Blutgerinnsel, das Blutzellen, Fibrin und verändertes Plasma enthält.

Serum ist der flüssige Anteil des Blutes, den man als Überstand erhält, wenn eine geronnene Blutprobe zentrifugiert wird. Im Gegensatz zum Plasma enthält Serum kein Fibrinogen. Zur Gewinnung von Serum verwendet man Röhrchen ohne Zusatz, mit oder ohne Trenngel. Damit das Serum von guter Qualität ist, lässt man die Blutprobe nach der Entnahme etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur aufrecht stehen, bis sie vollständig geronnen ist. Nach dem Zentrifugieren verliert das Blutgerinnsel seine lockere Struktur und wird in einen festen Anteil (kompakte Masse aus Fibrin und Blutzellen) und einen flüssigen Anteil (Überstand = Serum) getrennt.

Plasma ist der flüssige Anteil des Blutes, in dem die zellulären Bestandteile (rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) suspendiert sind. Es transportiert die Blutzellen und Nährstoffe wie Proteine, Kohlenhydrate, Lipide und Mineralsalze, außerdem Hormone. Plasma ist wichtig für die Wasserregulation (besteht zu etwa 90% aus Wasser), für die Flüssigkeitsversorgung des Gewebes, für das Abwehrsystem (Transport von Immunglobulinen) und für die Blutgerinnung (Transport von Gerinnungsfaktoren und Fibrinogen). Zur Gewinnung von Plasma braucht man ein Röhrchen mit einem Antikoagulans, damit das Blut nicht gerinnt. Die zellulären Bestandteile setzen sich dann durch die Schwerkraft im Röhrchen ab, dieser Vorgang kann durch Zentrifugation beschleunigt werden.

Im medizinischen Labor unterscheiden sich Serum und Plasma vor allem durch ihre Zusammensetzung, weil der Gerinnungsvorgang das Serum verändert.
Beim Gerinnen des Blutes werden bestimmte Stoffe verbraucht, zum Beispiel Glukose und Fibrinogen. Dadurch ist ihre Konzentration im Serum niedriger als im Plasma. Andere Stoffe werden während der Gerinnung freigesetzt oder neu gebildet, zum Beispiel Kalium, Laktat und Phosphate. Ihre Konzentration ist im Serum daher höher als im Plasma.
Damit Plasma gewonnen werden kann, muss das Entnahmeröhrchen ein Antikoagulans enthalten, damit das Blut nicht gerinnt. Die Herstellung von Plasma ist im Labor einfacher und schneller, und Plasma entspricht theoretisch eher der „physiologischen Realität“ des nicht geronnenen Blutes im Körper.
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